Respekt – Bernhard Kohl gibt alles zu

Der Ex-Gerolsteiner Profi hat zugegeben Doping in der Vorbereitung genommen zu haben. Der Grund war der enorme Leistungsdruck. Jetzt wolle er reinen Tisch machen.

Unsere Meinung:
Respekt vor einem Radfahrer der die Fehler nicht bei anderen Personen sucht, sondern vor der eigenen Türe zuerst kehrt. Auf der anderen Seite macht das schon ein wenig nachdenklich. Wenn er den Erfolgsdruck so groß war, muss man sich fragen, wer erzeugt denn diesen Druck? Es kann ja nur das Team selber sein, da er von diesen ja Vertrag und Geld erhält.
Vielleicht muss an dieser Stelle auch ein Umdenken der Sponsoren stattfinden. Sauberer Sport ist wichtiger als Ergebnisse. Aber wer von den Sponsoren will denn saubere Fahrer, die irgendwo im Mittelfeld landen? Den Geldgebern ist es wahrscheinlich am liebsten wenn die Fahrer gewinnen und sich nicht erwischen lassen. Wenn jemand erwischt wird, weiss keiner was davon und man sucht sich ein neues Team oder eine neue Sportart.

Ergo: Geld und Machtstreben macht den Sport kaputt. Wenn man in dieser Tretmühle drinnen ist, kommt man nicht mehr heraus. Und diejenigen die es ausbaden müssen sie letztendlich die Fahrer.

1 Kommentar bisher »

  1. ema sagt

    am 23. Oktober 2008 @ 13:20

    Ich frage mich, ob Kohl seine Entscheidung für EPO ganz alleine getroffen hat. Ohne Doping hätte er vielleicht keinen neuen Vertrag für 2009 bekommen. Den neuen Vertrag hat er nur aufgrund der Tour-Ergebnisse bekommen, die zu x% dem EPO zu verdanken sind. Sein neuer Arbeitgeber hat ihn engagiert, weil er sich in den kommenden Jahren ähnliche Leistungen erwartet hat. Die wären aber sehr wahrscheinlich auch nicht mit Müsli möglich geworden, d.h. Kohl hätte weiter dopen müssen. Nachdem aber CERA nun nachweisbar ist, scheidet es aus. Was dann? Möglicherweise wäre Kohl dann nächstes Jahr hinterhergefahren und hätte dann alle Welt enttäuscht. Oder er hätte andere medizinische Experimente machen müssen. Also alles eher Sackgassen – ganz abgesehen von den Nebenwirkungen.
    Ein weiser Berater – siehe Ausgangsfrage – hätte ihm die triste Wahrheit vor Augen führen können, dass er nie ein Top-Profi werden kann. Dann wäre sein Stern halt nie aufgestiegen, aber auch nie so brutal gefallen.
    Aber wahrscheinlich wird irgendwann Gras über die Sache wachsen, und alles geht weiter wie bisher. Schade für den Radsport. Aber möglicherweise freuen sich die anderen Sportarten, dass sich alles auf den Radsport konzentriert.

Komentar RSS · TrackBack URI

Schreibe einen Kommentar zum Beitrag “Respekt – Bernhard Kohl gibt alles zu”:

Name: (erforderlich)

eMail: (erforderlich)

Website:

Kommentar: